Am Zeugnistag zu Beginn der Sommerferien war es Zeit für unseren Musikausflug nach Wanfried zum Vogelschießen 2026. Am Vormittag trafen wir uns beim Musikhüsle und es wurde die Tracht, das Gepäck und die Verpflegung eingepackt. Im Reisebus musste gut geschichtet werden, die Taschen waren prall gefüllt – wir waren ja auch vier Tage unterwegs.
Auf halber Strecke unserer knapp 7-stündigen Fahrt gab es dann eine kurze Pause. Mit mitgebrachten Brötchen und Leberkäse in der Warmhaltebox hatten wir eine gute Stärkung und eine solide Grundlage für die weitere Fahrt.
In Wanfried angekommen wurden wir herzlich von Mitgliedern des Schützenvereines willkommen geheißen und konnten unsere Unterkünfte beziehen. Diese sind mitten in der Stadt verteilt gewesen und liebevoll von Bewohnern der Stadt bereitgestellt worden. Nach einer kurzen Inspektion der Räumlichkeiten und der Puppenkollektionen wurden wir zum Abendessen im Alten Schmirgelwerk eingeladen. Auf dem Weg dorthin haben die Bewohner der Stadt uns ihre Gastfreundschaft bereits aufgezeigt und so wurden immer mehr Bierbänke auf die Straße gestellt und von den umliegenden Häusern sämtliche Getränke hergebracht und Geschichten über das Leben und die Vergangenheit der Stadt erzählt. Schnell wurden wir auch korrigiert, als wir irrtümlich die Stadt Wanfried als Ortschaft bezeichnet haben, worauf die Stadtbewohner stolz waren.
Nachdem wir uns im alten Schmirgelwerk die Bäuche mit Pulled-Pork Burger und Salat vollgeschlagen haben und uns an die gängige Glasgröße (0,25 Liter) gewöhnt hatten, ging es ab zum Festzelt, wo die Fellberger Granaten und MADDABRASSKA für beste Stimmung sorgten. Für den Heimweg hat so manch einer das Handy zum Navigieren genutzt, andere haben einige Extrameter beim Nachhauseweg hingelegt.
Der nächste Tag startete mit einem Frühstücksbuffet im Hotel Schwan, direkt im Stadtzentrum. Danach haben wir unsere Instrumente und Notenständer hergerichtet und skeptisch den Anhänger begutachtet, auf welchem wir einen Frühschoppen spielen sollten. Da jedoch kein größerer Anhänger gekommen ist, haben wir uns dann in Zweierreihe auf den Wagen gesetzt und auf die Kanonenschüsse zum Auftakt gewartet. Ein Highlight war laut Schützenverein, dass wir die erste Gastmusik waren, die pünktlich zum dritten Schuss losmusizierten. Ansonsten konnten wir die Besucher des Frühschoppens kaum begeistern – diese waren wohl am Vortag zu spät ins Bett gekommen und waren zu müde, um sich von uns mitreißen zu lassen. Nachdem wir noch extra Pavillons zur Beschattung erhalten hatten, wurde der Frühschoppen um einiges angenehmer zu spielen. Nachher gab es noch Wurst mit Brot (für die Vegetarier Brot ohne Wurst) zur Stärkung und mit großer Vorfreude warteten wir auf die Ankunft des Brombeermannes und sein Gefolge. Als dieser mit seiner Gefolgschaft (Elfen und Zwergen) eintraf, wurde er mit viel Applaus empfangen. Nach der Ansprache des Bürgermeisters übergab ihm dieser den Stadtschlüssel, denn in den kommenden Tagen hatte der Brombeermann hier das Sagen. Wir marschierten zusammen ins Schützenheim, wo auch wir Musikanten uns beim Schießen ausprobieren konnten. Diesen Weg durften wir das Wochenende über einige Male abmarschieren, weshalb es von Vorteil war, sich die Schlaglöcher gut einzuprägen. Anschließend machten wir uns auf den Weg zum Schützenhauptmann Thomas, bei dem wir zum Abendessen eingeladen wurden. Neben Schweinebraten über dem Spanngrill gab es noch ein großzügiges Salatbuffet, Schnitzel, Käse- und Wurstplatten und vieles mehr.
Im Anschluss stellten wir uns für den Marsch zum Zeltplatz auf – lediglich unser Stabführer war nicht mehr auffindbar. Da zuvor der Plan lautete, dass wir zum Zelt spazieren, nutzte dieser die Chance, mit dem Auto einige Schritte an diesem Tag zu sparen. Planänderungen kann es jedoch jederzeit geben, und so marschierten wir ohne Stabführer zum Festplatz. Als großes Highlight heizten an diesem Abend „Biba und die Butzemänner“ das Festzelt ein. Leider konnten nicht alle Musikanten das abwechslungsreiche Genre der Musiker miterleben, da der Fuß einer Musikantin nach dem Umknicken während des Marschierens am Nachmittag immer geschwollener wurde und eine Abklärung im Krankenhaus abverlangte.
Am Sonntagmorgen machten wir uns nach dem Frühstück im Hotel Schwan auf den Weg zur Stadtkirche, wo wir zusammen mit dem Musikzug Frankershausen den ökumenischen Gottesdienst mitgestalten durften. Mit „The Sound of Silence“, „Dem Himmel sei Dank“ und „Book of Love“ begeisterten wir von der Galerie aus die Kirchenbesucher und durften dazwischen auch Stücke des Musikzuges Frankershausen lauschen, welche vor dem Altar Platz genommen hatten.
Anschließend gab es zusammen mit dem Musikzug Frankershausen bei der Alten Post zum Mittagessen eine Gulaschsuppe mit Brötchen. Dort stellten sich einige die Frage: „Hat jemand seit gestern je noch eine Katze in der Stadt gesehen? Oder eine Taube?“ Wie auch immer, die Gulaschsuppe schmeckte auf jeden Fall wieder ausgezeichnet und selbst an die Vegetarier wurde gedacht (Brot). Nach dem Mittagessen begaben wir uns zum Aufstellungsort des großen Festumzuges und staunten über die große Anzahl der Teilnehmer. Mit Brombeermann, Erdbeerdame, Kindergärten, Schulen und Vereinen der Umgebung wirkte der Festumzug eher wie ein Faschingsumzug. Nach einem einstündigen Marsch durch die Stadt trafen wir wieder im Schützenhaus ein, wo bereits Kaffee und Kuchen auf uns warteten. Mit (schrägen) Fanfarentöne wurde der prachtvolle Vogel aufgestellt, den Mittelpunkt des Wanfrieder Vogelschießens. Der Reihe nach werden nun die einzelnen Bauteile unter strenger Aufsicht des Oberschießwartes von den Schützenbrüdern mit ihren Gewehren abgeschossen. Dabei ist eine festgesetzte Reihenfolge einzuhalten. Derjenige Schützenbruder, bei dem das letzte Teil – der Korpus – fällt, wird der neue Schützenkönig.
Mit den Musikkollegen vom Musikzug Frankershausen musizierten wir noch einige Märsche vor dem Schützenhaus, danach spielten die „Strawanzern“ aus dem Bezirk Bludenz auf. Mit Handorgel, Kontrabass und Gitarre musizierten diese von Tisch zu Tisch und wir genossen den spiel- und marschfreien Abend bei herrlichem Wetter unter der großen Linde vor dem Schützenhaus. Wie bereits zuvor wurden wir auch hier wieder bestens verpflegt, und so machten einige von uns erst Feierabend, nachdem offiziell die Sperrstunde im Schützenhaus ausgerufen wurde.
Mit einem Marsch zum Festzelt startete am Montag unser letzter Tag in Wanfried. Als wir eintrafen, wartete bereits ein Frühstücksbuffet auf uns und so wurde der Tag im Zelt mit einem gemeinsamen Frühstück gestartet. Mit Picknickkörben trafen auch die Stadtbewohner ein, die sich das Spektakel am heutigen Tag nicht entgehen lassen wollten. Während der Pause der Stimmungsband „Starlights Showband“ spielten wir einen kurzen Frühschoppen im Zelt, um anschließend mit dem Fanfarenzug aus dem Zelt zu marschieren. Bei der Alten Post wurde noch einmal für uns aufgekocht. Danach sammelten wir bei unseren Unterkünften noch unser Gepäck ein und trafen uns um 15:00 Uhr bei unserem Bus, um die Rückfahrt anzutreten. Während der Busfahrt wurde noch das Vogelschießen per Livestream verfolgt, und dem Fall des Korpus mit Spannung entgegengefiebert. Herzlichen Glückwunsch dem neuen Schützenkönig Patrick Denker an dieser Stelle, dem dieses Kunstwerk gelang. Kurz vor Mitternacht kamen wir schließlich wieder im Musikhüsle an.
Vielen Dank dem Schützenverein Wanfried sowie unseren Unterkunftgebern für die Einladung zum Vogelschießen 2026. Wir wurden stets prächtig verpflegt und behalten den Ausflug in freudiger Erinnerung.